Das Poppelsdorfer Schloss

1341 kaufte der damalige Kölner Erzbischof die Wasserburg wegen ihrer geografischen Lage: Die Meckenheimer Allee, die Verbindung Bonn-Ahrtal-Trier, und die Reuterstrass, der schnelle Umgehungsweg um Bonn für schnelle Post, trafen hier aufeinander. Außerdem konnte er den Verkehr durch den damals noch gefährlichen Kottenforst von hier aus gut kontrollieren.

Im 16. Jahrhundert baute ein Kurfürst die Burg in ein Renaissanceschloss um. Es war nach hundert Jahren durch Kriegsschäden weitgehend verfallen; nur noch der Garten existierte. Dann ließ Kurfürst Josef Clemens ab 1715 das kleine Barockschloss bauen. Sein Architekt war wieder Robert de Cotte, der übrigens nie selbst in Bonn vor Ort war. Dnr Bau des halbfertigen Schlosses musste er aus Geldmangel einstellen.

Am 21. April 1725 erteilte der Nachfolger von Josef Clemens, Kurfürst Clemens August, den Befehl, das Schloss abzureißen. Das Material sollte für das Schloss in Brühl wiederverwendet werden. Waren die Quader unpassend und der Transport zu teuer? Oder machte der französische Philosoph Graf Montesquieu den Kurfürsten auf einer Durchreise auf das Kleinod aufmerksam? Clemens August baute ab den 30er Jahren wieder am Schloss. Unter Beteiligung von Balthasar Neumann war es bis 1756 fertiggestellt - und wurde ein Lieblingsschloss des Kurfürsten. Wenn Clemens August in Bonn war, fuhr er jeden Abend zum Schlafen nach Poppelsdorf.


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Poppelsdorfer Schloss