Die Poppelsdorfer Allee - Route

Die Poppelsdorfer Allee verbindet als prachtvolle Achse zwei Barockschlösser. Die einen Kilometer lange Allee war im 18. Jahrhundert die erste Stadterweiterung über die Mauern des mittelalterlichen Bonn hinaus. Im 19. Jahrhundert wurde sie zur bevorzugten Wohnstraße des Bildungsbürgertums.

Der Weg beginnt am Bonner Residenzschloss, heute Hauptgebäude der Universität (mehr zur Residenz).

Kurfürst Josef Clemens ließ die Poppelsdorfer Allee Anfang des 18. Jahrhunderts anlegen. Er residierte im Bonner Schloss - und im Poppelsdorfer Schlosswollte er sich "auf dem Lande" erholen. Die Verbindung zwischen beiden Bauten musste prachtvoll anzusehen und bei jedem Wetter befahrbar sein, wie es Mode der Zeit war. Der Kurfürst folgte damit einer Mode seiner Zeit: die architektonische Achse stammte aus Italien; die Einbeziehung der Landschaft mit einem Blickpunkt am Ende - in Bonn sollte dies der Kreuzberg sein - aus Frankreich, wo Josef Clemens im Exil gewesen war. Und er kannte eine solche Verbindungsachse aus dem Schloss seines Bruders, Schloss Schleißheim bei München.
Bei der Planung der Allee traten aber Schwierigkeiten auf.

Der Kaiserplatz

Die Allee endete nicht vor dem Schloss, sondern am Orangeriegarten, dem heutigen Kaiserplatz. Der Platz ist heute modern geprägt. Es gibt aber zwei Hinweise auf die jüngere Vergangenheit. Am unteren Ende des Kaiserplatzes steht auf dem Rasen ein Mahnmahl für die 600 Bonner Opfer der NS-Zeit. Es wurde 1950 zunächst im Stadtgarten aufgestellt und 1997 hierher verlegt. Bereits jenseits der Kaiserstraße steht links im Gartencafe "Kaisergarten" eine weiße Marmorstatue Kaiser Wilhelms I. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Bonner Bürgern finanziert und stand damals am Kopf des Kaiserplatzes vor dem Unigebäude. Als sie 1989 restauriert und wieder aufgestellt wurde, meinten viele Bürger, der Kaiser passe nicht mehr in die heutige Zeit. Und die Kunsthistoriker bemängelten, dass die Statue ohne ihren Sockel nicht wirke.

Die Gumme

Die Achse der Poppelsdorfer Allee wird von der Eisenbahnlinie unterbrochen. Sie verläuft in der Gumme, einem ehemaligen Rheinarm. Die Gumme war schon beim Bau der Allee ein Problem. Josef Clemens träumte von einem Kanal zwischen seinen beiden Schlössern. Doch musste er die Idee 1718 aufgeben, weil die technischen Probleme unüberwindbar waren. Am alten Stadtgraben und in der Gumme, die damals ein Sumpfgebiet war, wären umfangreiche Geländeaufschüttungen und Trockenlegungen nötig gewesen.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Eisenbahnstrecke gebaut und durchtrennte die Alleeachse (mehr zu diesem Problem).

Die Allee

Hinter der Unterführung beginnt die eigentliche Poppelsdorfer Allee. In der Grundanlage entspricht sie noch heute dem ursprünglichen Bild: ein Rasen in der Mitte wird beidseits von Wegen und je zwei Reihen Kastanien gesäumt. Seit 1986 machen 30 weiß angestrichene Bänke aus Tropenholz und die historische Laternen den Bummel noch nostalgischer. Der Rasen war früher nur von Bruchsteinen eingefasst. Doch da alle Appelle, ihn nicht niederzutrampeln, ungehört verhallten, schützt heute ein kleines Gitter die Wiese. Am Anfang der Allee können Hundebesitzer außerdem Tüten für die Häufchen ihrer Lieben ziehen.

Die Allee machte den Weg von der Bonner Ortsmitte nach Poppelsdorf um gut einen halben Kilometer kürzer. Aber sie war nur für die Fahrten des Kurfürsten und als Wandelpromenade gedacht. Für den Großverkehr und das gemeine Volk diente die Meckenheimer Allee ohne Bäume. Immerhin hatte der Kurfürst diese begradigt, verbreitert und mit einem Wasserablauf-Graben versehen.

...und wie war es mit Fuhrwerken?

Nach wenigen hundert Metern wird die Allee von einer mehrspurigen Trasse durchschnitten. Für die Verbreiterung der Durchgangsstrasse wurden in den 60er Jahren 120 Quadratmeter Rasen geopfert. Rechts zweigt die Baumschulallee ab, links der Bonner Talweg.

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(Kurzversion) der Wegbeschreibung

Was macht ihr mit der Popp-Allee?

Die Poppelsdorfer Allee blieb im Krieg weitgehend verschont. Dennoch wurden einige Abschnitte massiv verändert. Ein ganzer Block wurde abgerissen, nur ein altes Haus konnte durch eine Bürgerinititiave gerettet werden. Aber es gibt auch Lichtblicke.
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Die Axt, die Autos und die kleinen Schädlinge

Die Bäume der Poppelsdorfer Allee leiden seit langem. Früher als Brennstoff missbraucht, litten sie bis in die 80er Jahre unter starkem Autoverkehr. Heute kämpfen die Gärtner gegen unsichtbare Gegner: die Minier-Motten.
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Glanz und Gloria trotz Schulden

Die Poppelsdorfer Allee und die beiden Schlösser waren ein Prestige-Projekt. Sie sollten allen Zeitgenossen vor Augen führen, wie glanzvoll der Hof des Josef Clemens und Clemens August war. Dabei reichte das Geld hinten und vorne nicht. Und unter ihren Nachfolgern war sparen angesagt.
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