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Bummeln am Rheinufer - mit dreifacher Lichtgeschwindigkeit

Unser Startpunkt für den Planetenweg ist die Ecke Estermannufer/Kranenweg, direkt neben dem Bonner Hafen (Ortsteil Graurheindorf).

PLUTO (auf Karte Standort Nr. 10)

Hier sind Sie genau 5,946 Kilometer von der Sonne entfernt.
Wenn Sie nun das Modell des Planeten suchen, werden Sie erst gegen Ende des Jahres 2003 fündig. Genau an der Stelle, wo der Planet hingehört, werden zurzeit neue Wohnungen errichtet. Nach Abschluss der Bauarbeiten aber wird der Planet in die Wohnanlage integriert. Sie spazieren nun stromaufwärts am Bonner Hafen entlang, unter der Friedrich-Ebert-Brücke hindurch und treffen in Höhe des beliebten Freibades Römerbad auf den Neptun.

NEPTUN (9)

Noch 4,4 Kilometer bis zur Sonne.
Sein Standort vor dem Römerbad hat sich zufällig ergeben; die blaue Farbe des leuchtenden Neptuns und sein Name (Neptun, römischer Meeresgott) passen gut zum Schwimmbad.

- Der Weg führt Richtung Kennedybrücke. An der Straße "Wachsbleiche" liegt majestätisch die modern wirkende, aber schon 1959 eröffnete Beethovenhalle, ein Zentrum für kulturelle und künstlerische Veranstaltungen.

URANUS (8)

Noch 2,8 Kilometer bis zur Sonne.
Zu finden ist Uranus leicht - zumindest am Rheinufer: Wenige Schritte vor der Kennedybrücke ist er platziert.
Wenn Sie nun weitergehen, ergibt sich ein interessantes Phänomen. Mit einem guten Fernglas können Sie ab hier die "Planetenwegsonne" bereits ausmachen. Richten Sie das Glas auf das höchste Bonner Gebäude, den "Langen Eugen" und den im Bau befindlichen Posttower dahinter. Unterhalb dieser Bauwerke können Sie somit auch an bedeckten Wintertagen die "Sonne" sehen; im Sommer wird sie leider durch das Laub der Bäume abgeschirmt.

Spazieren sie weiter unter der Kennedybrücke hindurch Richtung Langer Eugen. An der südlichen Brückenseite befindet sich eine Kopie des "Brückenmännchens", einer Symbolfigur, die den Beuelern das Hinterteil entgegen reckt, weil diese sich nicht an den Baukosten beteiligt hatten. Rechts werfen Sie einen Blick auf das imposante Gebäude der Bonner Oper. An der Ecke Erste Fährgasse trutzt rechts das Collegium Albertinum, ein dunkles neugotisches Gemäuer. Es ist das Studienhaus für die Priesterkandidaten des Erzbistums Köln und wurde 1892 genau über einer alten römischen Thermenanlage errichtet. Nach wenigen Minuten erreichen sie dann den Saturn.

SATURN (7)

Noch 1,4 Kilometer bis zur Sonne.
Mit guten Ferngläsern kann Saturn mit seinen Ringen von der Erde aus leicht beobachtet werden. Im Modell zeigt Saturn seine stattliche Größe, ist er doch immerhin der zweitgrößte Planet unseres Systems. Und bis zum größten unserer Planeten, dem Jupiter, ist es nicht mehr sehr weit: genau 649 Schritte.

JUPITER (6)

Noch 778 Meter bis zur Sonne.
Vom Jupiter-Modell aus gerät nun die "Sonne" schon mit bloßem Auge in den Blick. Oberhalb des Jupiters am Rheinufer sind die Ausläufer des schönen Parks der "Villa Hammerschmidt" zu sehen, wo früher der Bundespräsident residierte. Unterwegs passieren Sie das moderne Kongresszentrum, das neue Funktionen der früheren Bundeshauptstadt Bonn widerspiegelt.

MARS (5)

Noch 228 Meter bis zur Sonne.
Im Modell ist gut erkennbar, dass der Mars ein echter Winzling ist, gerade einmal halb so groß wie die Erde. Mars kann aber günstig mit Fernrohren beobachtet werden. Seine dünne Atmosphäre besteht hauptsächlich aus Kohlendioxid und erlaubt Ausblicke auf die Marslandschaft. Die besteht vor allem aus roten Sand- und Staubwüsten mit Kratern und weiten Flächen.

ERDE (4) mit Mond

Noch 150 Meter bis zur Sonne.
Das Modell am Bonner Rheinufer lässt vor allem den (planetarisch gesehen) geringen Abstand zwischen Erde und Mond deutlich hervortreten: Beide Himmelskörper passen - maßstabsgetreu in Größe und Entfernung - auf eine einzige Bronzeplatte.

VENUS (3)

Noch 108 Meter bis zur Sonne.
Beim Bonner Modell lässt sich jetzt gut sehen, wie "dicht" die Planeten nun - in Sonnennähe - nebeneinander ihre Kreise ziehen. Die Venus erscheint fast eingekeilt zwischen den wenige Schritte entfernten Nachbarplaneten Erde und Merkur.

MERKUR (2)

Noch 59,90 Meter bis zur Sonne.
Es wird spannend. Merkur ist der sonnennächste Planet. Er ist allenfalls am Morgen- oder Abendhimmel erkennbar, meist überdeckt aber die Strahlkraft der Sonne den kleinen Lichtpunkt. Das Modell zeigt deutlich, wie winzig der Merkur ist im Vergleich zu der nun vor Ihnen liegenden Sonne.

SONNE (1)

Ihre imposante Größe lässt sich natürlich nicht mehr auf einer Bronzetafel darstellen. Das Modell erreicht einen Durchmesser von 1,5 Metern.
Und doch: Auch diese unvorstellbare Größe lässt sich toppen. Unsere gewaltig erscheinende Sonne ist nämlich noch nicht einmal besonders groß im Reigen der diversen Sonnensysteme: Es gibt Sonnen, die tausendfach größer sind als unser Zentralgestirn. Im Bonner Lehrpfadmodell wären diese Sonnenkugeln so groß, dass sie bis zum Jupiter reichen müssten...

 

So, nun sind Sie am Ende (bzw. am Anfang) des Bonner Planetenlehrpfads angelangt. Schauen Sie einmal zurück: Der Blick geht bis zur Kennedybrücke, vielleicht kann Ihr Auge auch den einen oder anderen Planeten auf dieser Strecke erhaschen. Die Krümmung des Rheins verhindert den Blick auf die dahinter liegenden Planeten Uranus, Neptun und Pluto. Dies entspricht auch der tatsächlichen Sehmöglichkeit am Himmel: Die drei entferntesten Planeten sind mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar.

Wenn Sie nach dem "Planetenspaziergang" noch nicht müde sind, bummeln Sie noch durch das Regierungsviertel. Das oberhalb des Sonnenmodells gelegene alte Wasserwerk (vorübergehend Parlamentssaal), das frühere Bundeshaus einige Schritte die Hermann-Ehlers-Straße hinauf, das ehemalige Abgeordnetenhochhaus "Langer Eugen" gleich gegenüber: sie alle sind Zeugen der Ex-Bundeshauptstadt. Der neue Post-Tower (die Generaldirektion der Deutschen Post AG), mit 162,5 Metern höher als der Kölner Dom, daneben die Deutsche Welle: das sind Symbole für das neue Bonn - Bonn als Stadt der Telekommunikation und Dienstleistungen.

 

Eckdaten:
Der Weg führt direkt am Rhein entlang. Man folgt der Beschilderung "Radwanderweg Rhein".
Rad- und Fußweg verlaufen paralell, teilweise auch kombiniert. Weitgehend autofrei.

Länge: 5,946 Kilometer

Bodenbeschaffenheit: eben, glatt asphaltiert

Schwierigkeitsgrad: einfach

Rastmöglichkeiten:
viele Sitzbänke; schön ist der Rheinpavillon Ecke Rheingasse, beziehungsweise zwischen Uranus und Saturn

Anfahrt per ÖPNV:
Bus Linie 638 bis Endhaltestelle Kranenweg/Graurheindorf

Rückfahrt:
U-Bahn-Haltestelle 500 Meter oberhalb der "Sonne":Hermann-Ehlers-Straße und Heussallee bis zur Adenauerallee gehen, von dort Richtung Bonn-Zentrum

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