JUPITER (6)
Noch 778 Meter bis zur Sonne.
Auch auf Jupiter ist es mit etwa -150 Grad immer noch ungemütlich
kalt. Jedes Raumschiff würde aufgrund der unvorstellbaren Druckverhältnisse
des Riesenplaneten zerquetscht und in einer Mischung aus Wasserstoff,
Helium, Phosphor und Schwefel verdampfen. Der berühmte "rote Fleck"
ist ein uralter Wolkenwirbel von immerhin doppelter Erdgröße.
Vom Jupiter-Modell aus gerät nun die "Sonne" schon mit bloßem Auge
in den Blick. Oberhalb des Jupiters am Rheinufer sind die Ausläufer
des schönen Parks der "Villa Hammerschmidt" zu sehen, wo früher
der Bundespräsident residierte.
Unterwegs passieren Sie das moderne Kongresszentrum,
das neue Funktionen der früheren Bundeshauptstadt Bonn widerspiegelt.
Noch 228 Meter bis zur Sonne.
Die Marstemperaturen liegen zwar im Durchschnitt noch bei -60 Grad,
erreichen tagsüber aber immerhin +15 bis +20 Grad. Verkrustete Schlammschichten
und Auswaschungen deuten auf frühere große Wasservorkommen hin. Der
rötliche Schimmer des Planeten wird durch den hohen Eisengehalt des
Gesteins hervorgerufen. Die Oberfläche besteht im Wesentlichen aus
vulkanischen Hochflächen, die von Kratern durchsetzt sind.
Im Modell ist gut erkennbar, dass der Mars ein echter Winzling
ist, gerade einmal halb so groß wie die Erde. Und die gute alte
Erde ist es, die jetzt nach weniger als hundert Schritten erreicht
wird.
ERDE (4) mit
Mond
Noch 150 Meter bis zur Sonne.
Tja - was soll man zur Erde noch sagen... Der wesentliche Unterschied
zu allen anderen Planeten liegt nun einmal in der lebensspendenden
Umwelt, die kein anderer Planet aufzuweisen hat. Sonst ist unser Planet
gar nicht so auffällig: Oberflächentemperaturen zwischen -88 Grad
und +55 Grad, eine leichte Abflachung an den beiden Polen, ein recht
stolzer Anteil von 70 % Wasser an der Erdoberfläche, eine (planetarisch
gesehen) hauchdünne Atmosphäre - das war es schon, was die Erde zu
bieten hat. Und auch der Mond als Erdbegleiter ist (planetarisch gesehen)
nichts Außergewöhnliches. Viele unserer Planeten werden von eigenen
Monden umkreist, von denen manche sogar erst in den letzten Jahren
entdeckt wurden.
Das Modell am Bonner Rheinufer lässt vor allem den (wiederum planetarisch
gesehen) geringen Abstand zwischen Erde und Mond deutlich hervortreten:
Beide Himmelskörper passen - maßstabsgetreu in Größe und Entfernung
- auf eine einzige Bronzeplatte. Das überrascht den Betrachter auf
den ersten Blick schon, ist er es doch als Erdbewohner (und vielleicht
auch als früherer TV-Zuschauer von tagelang andauernden Mondreisen)
gewohnt, dass unser Trabant nicht gerade nur einen Katzensprung
entfernt ist.
Noch 108 Meter bis zur Sonne.
Die Venus ist als hell strahlendes Objekt leicht am Abend- oder Morgenhimmel
zu finden. Die Temperaturen auf Venus erreichen schon bis zu +470
Grad - im Schatten sozusagen, denn Venus hat eine vollkommen geschlossene
Wolkendecke. Aus den dichten Wolken fällt ein Schwefelsäureregen.
Für uns Erdenbewohner herrschen auf der Venus also nicht gerade paradiesische
Zustände.
Beim Bonner Modell lässt sich jetzt gut sehen, wie "dicht" die
Planeten nun - in Sonnennähe - nebeneinander ihre Kreise ziehen.
Die Venus erscheint fast eingekeilt zwischen den wenige Schritte
entfernten Nachbarplaneten Erde und Merkur.
MERKUR (2)
Noch 59,90 Meter bis zur Sonne.
Es wird spannend. Merkur ist der sonnennächste Planet. Er ist allenfalls
am Morgen- oder Abendhimmel erkennbar, meist überdeckt aber die Strahlkraft
der Sonne den kleinen Lichtpunkt. Aufgrund der Nähe zur Sonne ist
es auch kein Wunder, dass die Temperaturen über +430 Grad betragen.
Er besitzt praktisch keine Atmosphäre; wer hier sonnenbadet, dürfte
es nicht besonders lange aushalten.
Das Modell zeigt deutlich, wie winzig der Merkur ist im Vergleich
zu der 60 Meter entfernten Sonne. (Foto)
--- Die Sonne sprengt alle Dimensionen, die bis hierhin galten.
Lustige +5.500 Grad Hitze herrschen hier an der Oberfläche. Im Inneren
wird - nun allerdings bei teuflischen 15 Millionen Grad - Wasserstoff
zu Helium umgewandelt; aus diesem Prozess bezieht die Sonne ihre Energie.
Ungefähr eine Million Mal würde unsere Erdkugel
in sie hineinpassen. Sie leuchtet aus sich selbst heraus; deshalb
ist sie ja auch kein profaner "Planet", sondern ein "Stern".
Ihre imposante Größe lässt sich natürlich nicht mehr auf einer
Bronzetafel darstellen. Das Modell erreicht einen Durchmesser von
1,5 Metern.
Und doch: Auch diese unvorstellbare Größe lässt sich toppen. Unsere
gewaltig erscheinende Sonne ist nämlich noch nicht einmal besonders
groß im Reigen der diversen Sonnensysteme: Es gibt Sonnen, die tausendfach
größer sind als unser Zentralgestirn. Im Bonner Lehrpfadmodell wären
diese Sonnenkugeln so groß, dass sie bis zum Jupiter reichen müssten...
So, nun sind Sie am Ende (bzw. am Anfang) des Bonner Planetenlehrpfads
angelangt. Schauen Sie einmal zurück: Der Blick geht bis zur Kennedybrücke,
vielleicht kann Ihr Auge auch den einen oder anderen Planeten auf
dieser Strecke erhaschen. (Foto)
Die Krümmung des Rheins verhindert den Blick auf die dahinter liegenden
Planeten Uranus, Neptun und Pluto. Dies entspricht auch der tatsächlichen
Sehmöglichkeit am Himmel: Die drei entferntesten Planeten sind mit
bloßem Auge nicht mehr erkennbar.
Wenn Sie nach dem "Planetenspaziergang" noch nicht müde sind, bummeln
Sie noch durch das Regierungsviertel. Das oberhalb des Sonnenmodells
gelegene alte Wasserwerk (vorübergehend Parlamentssaal), das frühere
Bundeshaus einige Schritte die Hermann-Ehlers-Straße hinauf, das
ehemalige Abgeordnetenhochhaus "Langer Eugen" (Foto)
gleich gegenüber: sie alle sind Zeugen der Ex-Bundeshauptstadt.
Der neue Post-Tower (die Generaldirektion der Deutschen Post AG),
mit 162,5 Metern höher als der Kölner Dom, daneben die
Deutsche Welle: das sind Symbole für das neue Bonn - Bonn als Stadt
der Telekommunikation und Dienstleistungen.
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Eckdaten:
Der Weg führt direkt am Rhein entlang. Man folgt der
Beschilderung "Radwanderweg Rhein".
Rad- und Fußweg verlaufen paralell, teilweise auch kombiniert.
Weitgehend autofrei.
Länge: 5,946 Kilometer
Bodenbeschaffenheit: eben, glatt asphaltiert
Schwierigkeitsgrad: einfach
Rastmöglichkeiten:
viele Sitzbänke; schön ist der Rheinpavillon Ecke Rheingasse,
beziehungsweise zwischen Uranus und Saturn
Anfahrt per ÖPNV:
Bus Linie 638 bis Endhaltestelle Kranenweg/Graurheindorf
Rückfahrt:
U-Bahn-Haltestelle 500 Meter oberhalb der "Sonne":Hermann-Ehlers-Straße
und Heussallee bis zur Adenauerallee gehen, von dort Richtung
Bonn-Zentrum
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Zusammengefasst: Die Planeten im Größenvergleich!
Nur die Sonne am linken Bildrand passt nicht so recht ins Bild...
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