Pluto - dieser Planet
macht nichts als Probleme!
Pluto ist der Planet unseres Sonnensystems, der am weitesten von
der Sonne entfernt ist. Kein Wunder, dass hier keine tropischen
Temperaturen herrschen: Minus 230 Grad sollen es etwa sein.
Noch keine Raumsonde hat bisher den Planeten Pluto erreicht. Und
überhaupt: Er wurde spät, sehr spät entdeckt: im Jahr 1930. Und
noch einmal 50 Jahre dauerte es, bis man dann auch noch einen Mond
fand, der ihn umkreist.
Pluto ist ein extrem eigentümlicher Planet, ein Abweichler im
Universum. Die Bahnen der acht anderen Planeten liegen nämlich brav
auf einer einzigen Ebene. Nur Pluto läuft quer: er bevorzugt eine
etwas schiefe Bahn um die Sonne. Banaler ausgedrückt: Er torkelt
um sie herum.
 Die schiefe Bahn des Pluto:
Der äußere grüne Kreis zeigt die Abweichung zu den übrigen Planetenbahnen
um die Sonne
Es gibt deshalb Wissenschaftler, die behaupten, er sei überhaupt
kein Planet. Er sei ein Komet, er sei ein Asteroid oder sonst irgendetwas.
Nur eben kein Planet. Gott sei Dank aber neigt eine deutliche Mehrheit
von Sternenguckern dann doch der Planetenthese zu. Wäre ja auch
schlimm, sonst müsste man den bekannten Sterne-Merk-Spruch neu schreiben.
Und wie würde sich das anhören: Mein Vater Erklärt
Mir Jeden Sonntag Unsere Acht?!
Nein, nein, unser Pluto gehört einfach dazu.
Aber nicht genug damit, dass Pluto die Wissenschaftler in Pro-Pluto-Planeten-Wissenschaftler
und Anti-Pluto-Planeten-Wissenschaftler aufmischt. Es ist viel schlimmer!
Unser lieber Pluto wartet nämlich mit so einigen Dreistigkeiten
auf, um den Sternenguckern auf der Erde das Leben zur Hölle zu machen.
Da wäre zum Beispiel die Tatsache, dass er so weit weg ist. Der
weitest entfernte Stern in unserem Sonnensystem eben. Nun ist das
ja an für sich nichts Schlimmes. Die Frechheit ist nur, dass er
gleichzeitig auch noch der Kleinste ist. Sogar noch kleiner als
unser Mond. Und das ist nun wirklich schiere Bosheit. Wie sollen
ihn die irdischen Sterngucker da noch finden, wenn sie ihn ins Visier
nehmen wollen? Bei einem so fiesen Versteckspiel ist es auch gar
kein Wunder, dass es kaum anständige Fotos von ihm gibt. Das geschieht
ihm ganz recht. Eigentlich hat es bisher nur das Hubble Space Telescope
geschafft, ihn aus der Reserve zu locken und auf digitale Platte
zu bannen. Da sieht er eigentlich - in Begleitung seines Mondes
- ganz nett aus...
Der sonderbare Begleiter des Pluto heißt Charon und gibt
uns auch noch jede Menge Rätsel auf. Pluto hat 2.400 Kilometer Durchmesser,
sein Mond 1.200 Kilometer. Im Vergleich zum "Mutterplaneten" ist
also dieser Mond verflixt groß. Allein die Vorstellung, wie der
riesige "Vollmond" wohl des Nachts auf den kleinen Pluto herabscheint,
muss ja den empfindsamen Wissenschaftlern schlaflose Nächte bereiten!
Irgendwo ist Pluto auch ganz anhänglich. Er scheint Neptun zu mögen.
Und da Pluto ja etwas ganz besonderes ist, macht er etwas, was keinem
anderen Planeten bisher eingefallen ist: er kreuzt einfach die Bahn
des großen Neptun. Viel hat er zwar nicht davon, denn er wird ihn
nie treffen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist etwa so groß wie ein
Sechser im Lotto, der zehn Cent einbringt.
Und wie im Himmel, so auf Erden...
Dieser Pluto! Da sorgt er am Himmel schon für jede Menge Irritationen.
Und jetzt geht es auf der Erde auch noch weiter. Genauer: beim Bonner
Planetenweg.
Hier fangen die Probleme nämlich erst richtig an. Es gibt keinen
Platz für ihn. Jedenfalls zurzeit. In all seiner Eigenwilligkeit
beansprucht er seinen Platz nämlich genau da, wo es stört. Er wünscht,
an der Graurheindorfer Rheinpromenade zu residieren, an der Flaniermeile
zwischen dem alten Fischerdorf und der neuen Bank 24. So haben es
die Siebtklässler für ihn errechnet.
Nun will aber eine gewisse Pandion Projektentwicklung und Immobilienmanagement
GmbH genau hier schöne neue Häuser bauen, nicht billig zwar, aber
der Blick auf den Rhein und die schöne, grüne Siegmündung gegenüber
muss es wert sein. Und da ist kein Platz für einen Planeten wie
Pluto. Erst einmal.
Das wollten die wackeren Planetenwegebauer denn doch nicht auf
sich beruhen lassen. Immerhin ist an dieser Stelle der Kilometer
5,946 - von der Bonner Sonne aus gesehen. Das ist Plutos Platz.
Also setzte man sich zusammen und beriet. Die Immobilienmanager
vertrösteten zunächst einmal: Wie heißt dieser Planet? Pluto? Naja,
wir wollen sehen, was wir für diesen Pluto tun können...
Sie diskutierten über das innere Wesen von Pluto, insbesondere
aber über seine Vor- und Nachteile für die Ausgestaltung der neuen
Wohnananlage - und am Ende kam ein schöner Kompromiss heraus: Wenn
im Jahr 2003 die Bauarbeiten fertig sind, erhält Pluto seinen Platz.
Einen Ehrenplatz sozusagen. Mitten drin in der schönen neuen Wohnanlage.
Darüber wird Pluto sich freuen: Nicht mehr am Rand der Galaxie,
sondern mittten im Leben steht er nun. Und vielleicht strahlt er
dort doch noch ein bisschen heller als als in seiner finsteren Ecke
im Sonnensystem. Und hat in Graurheindorf das Paradies auf Erden
gefunden. Gönnen wir es ihm ...
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