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Der Planetenlehrpfad
- Idee und Verwirklichung
Im Sommer 2000 stand ein neues Thema auf dem Stundenplan der
7. Klasse der Bonner Bertolt-Brecht-Gesamtschule:
Ein Planetenlehrpfad für Bonn. Der Lehrer Till Habel-Thomé hatte
das Projektthema vorgeschlagen, nachdem er sich bereits zwei Jahre
lang mit der Idee beschäftigt hatte. Die Schüler stürzten sich
mehr oder weniger begeistert in die Arbeit. Ein geeigneter Standort
musste gefunden werden, Messungen ausgeführt werden, verschiedene
Pläne gegeneinander abgewogen werden und zahlreiche Details besprochen
werden.
Als Idealstandort entpuppte sich die Bonner Rheinpromenade, bietet
sie doch eine gute kilometerweite Sicht und ist sehr bequem begehbar.

Die Bonner Rheinpromenade
Nachdem die Stadt Bonn ihre Zustimmung gegeben hatte, konnten
die Vorbereitungen beginnen. Die Schüler besuchten einen bestehenden
Lehrpfad in Marburg/L. Von hier nahmen sie unter anderem die
Anregung mit, die Erklärungen auf den Planetentafeln auch in Blindenschrift
(Foto)
anzufertigen.
Die Anfertigung dieser Tafeln war organisatorisch und finanziell
ein Problem. Zwar wurden Sponsoren gefunden, aber der eigentliche
Durchbruch gelang erst mit der Einbeziehung der Kreishandwerkerschaft
in Siegburg. Die nämlich integrierte kurzerhand die Idee zur Anfertigung
eines Planetenlehrpfads in das Siegburger Ausbildungsprogramm.
Umschüler und Auszubildende fertigten vier Monate lang die Planetenmodelle
an. "Wir haben aber nicht ständig dran gearbeitet, sondern immer
mal wieder", berichtet Maurermeister Rainer Frerichmann, der den
Bau von Sonne und Planetensäulen zusammen mit zwei Kollegen für
das Handwerksbildungszentrum betreut hat, "und am Ende kam noch
ein Graffiti-Schutz drauf."
Nicht nur die Handwerker, auch die Forscher halfen. Das Deutsche
Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Bonn finanzierte die Herstellung
der Bronze-Planetentafeln. Die Gussformen dafür wurden übrigens
im Marburger Blindenzentrum hergestellt.
Feierliche Eröffnung
Am 15. September 2002 war es so weit. Der Planetenlehrpfad Bonn
wurde feierlich eröffnet.
Die Liste der Redner zeigt, welche Bedeutung das Projekt mittlerweile
angenommen hatte:
Till Habel-Thomé, Projektleitung, Bertolt-Brecht-Gesamtschule
Ulrich Hauschild, Bürgermeister · Dr. Manfred Gaida, Deutsches
Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Fritz Feld, Kreishandwerksmeister Bonn-Rhein-Sieg
Ulrich Stahnke, Schulleiter Bertolt-Brecht-Gesamtschule
Dr. Michael Geffert, Sternwarte der Universität Bonn
Robert Landsberg, Blinden- und Sehbehindertenverein Bonn e.V.
Rund 250 Besucher waren dabei. Manche marschierten schon recht
bald mit Kind und Kegel Richtung Mars und Jupiter; viele harrten
aber aus und hörten den Rednern zu, die sich begeisterten über
die Bedeutung des Planetenlehrpfads als Bereicherung für die Rheinufer-Bummler...
Till Habel-Thomé, Lehrer
an der Bonner Bert-Brecht-Gesamtschule,
freute sich riesig über die Verwirklichung seiner Idee
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